Sie haben vielleicht schon die Erfahrung gemacht, dass einige Ihrer Versuche, Ordnung zu schaffen, zum Scheitern verurteilt waren. Es funktioniert ein oder zwei Tage und dann hält langsam wieder die Unordnung Einzug. Frustrierend. Doch lassen Sie sich nicht entmutigen!  Die 6 Aufräumregeln, die ich Ihnen vorstellen möchte, funktionieren von Papieren über Dekogegenstände und Geschirr bis hin zur Kleidung. Schaffen Sie sich ein Umfeld, in dem jeder alles in weniger als 50 Sekunden findet!

 

Regel Nr. 1: Aussortieren nicht mit aufräumen verwechseln

Erst wird aussortiert. Dann aufgeräumt. In dieser Reihenfolge. Denn ein großes Kuddelmuddel räumt man nicht auf. Überdies verschiebt man die Dinge meist nur von einem Ort zum anderen. Aufräumen heißt, für Dinge, die man aus gutem Grund behält, den am besten geeigneten Platz zu finden.

 

Regel Nr. 2: Die Dinge möglichst dort verstauen, wo man sie auch benutzt

Ein Beispiel: Vor dem Zubettgehen sollte man sich eigentlich im Badezimmer abschminken, nicht wahr? Warum schaffen Sie das nicht? Weil Sie, todmüde, vom Sofa direkt ins Bett gehen. Wenn Sie nun aber Wattepads und Reinigungsmilch in einem hübschen Körbchen (vgl. Knit-Sortiment Seite. 8) neben Ihrem Bett deponieren, sind die Chancen weitaus höher, dass Sie sich vor dem Schlafengehen abschminken.

 

Regel Nr. 3: Sich nach dem eigenen Bedarf richten (und nicht danach, wie Mama es macht oder wie es in einem Einrichtungsmagazin steht)

Wenn Sie beispielsweise nur ein kleines Wohnzimmer haben, warum stellen Sie Ihre Kommode mit edlem Geschirr voll, das Sie vielleicht ein Mal im Jahr benutzen? Ja, Ihre Mutter macht das und deren Mutter hat es auch so gemacht. Aber wenn Sie doch Platz zur Aufbewahrung von Druckerpapier und Videospielen brauchen (Ihr Computer steht im Wohnzimmer und Sie spielen vom Sofa aus)…! Sie müssen einfach nur das Geschirr oben in einen Schrank räumen und schon haben Sie in der Kommode Platz für Druckerpapier und Videospiele – dort, wo es für Ihre Familie am praktischsten ist. Und wer braucht schon Traditionen!

 

Regel Nr. 4: Möglichst wenige Handgriffe

Würden Sie die Fernbedienung für den Fernseher in eine Kiste mit Deckel räumen, die wiederum hinter einer Vase in einem abgeschlossenen Schrank steht? Nein, natürlich nicht. Viel zu viele Handgriffe. Merken Sie sich daher folgende Regel: Je weniger Handgriffe zum Holen und Zurücklegen eines Gegenstands nötig sind, desto größer ist die Chance, dass er aufgeräumt wird. Mit anderen Worten: Wenn Ihr Papierablagesystem zahlreiche Ordner, Unterordner, Mappen und Plastikhüllen beinhaltet, ist es nicht verwunderlich, wenn Sie zu „faul“ sind, Ihre Papiere abzuheften. Machen Sie es sich so einfach wie möglich.

 

Regel Nr. 5: Den Etikettierer zum besten Freund machen

Kaufen Sie sich für ein paar Euro einen Etikettierer. Mit dem Gerät können Sie regelmäßig kleine Schildchen herstellen, die sich aufkleben und entfernen lassen, ohne die Unterlage zu beschädigen. Was bringen die Schildchen?

  • Sie sehen professionell und ordentlich aus und sind ein Anreiz, Ihre Ordnung beizubehalten
  • Sie zeigen allen Familienmitgliedern, wo sich die verschiedenen Dinge befinden (und damit auch, wo sie hinzuräumen sind)
  • Sie dienen als Gedächtnisstütze (was habe ich noch einmal in diese Kiste geräumt?) und sorgen somit dafür, dass Sie die Dinge nicht doppelt kaufen
  • All dies dient dem Zeitgewinn (wir hatten 50 Sekunden gesagt, Sie erinnern sich?)

Wo werden sie am besten angebracht?

  • An den Innenrändern von Schubladen. Da sie nur sichtbar sind, wenn die Schubladen geöffnet sind, sieht es weniger nach „Büro“ aus.
  • Auf Papierablagen.
  • Auf den Kanten von Regalfächern (zum Beispiel Laken 140 cm/ Laken 160 cm)
  • An den Rändern von Kisten, Körben und Boxen, damit man direkt sieht, was sich darin befindet, ohne alles hervorholen zu müssen
  • Seitlich auf Haushaltsgeräten, damit die Seriennummern besser erkennbar sind
  • Auf Kabeln, Ladegeräten und anderen Gegenständen, die man schnell zuordnen können muss.

Na? Konnte ich Sie überzeugen?

 

Regel Nr. 6: An die Nutzungshäufigkeit denken

Je öfter Sie einen Gegenstand benutzen, desto näher sollte der Ort der Aufbewahrung sein (vgl. das obige Beispiel der Fernbedienung). Logisch, oder? Verfolgen wir diesen Gedanken ein bisschen weiter. Aus dieser Regel ergibt sich, dass die Dinge, die Sie fast nie benutzen… nicht in Ihrer unmittelbaren Nähe verstaut werden müssen. Außerdem stoßen Sie sich daran, sie nehmen Platz weg und hindern Sie an der Nutzung der besten Ablageplätze: denen in Ihrer unmittelbaren Nähe. Denken Sie an die Kommode, von der ich oben gesprochen habe, und zögern Sie nicht, radikal alles, was Sie nur selten benutzen, an einen anderen Ort zu räumen (dabei aber nicht die Schildchen vergessen, ok?).